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Die Zukunft des Web-Trackings: Google Analytics 4

Die Zukunft des Web-Trackings entwickelt sich mit Google Analytics 4 weiter: Wir analysieren die Gründe für die Migration von Universal Analytics, die neuen Funktionen und verfügbaren Möglichkeiten sowie die Art und Weise, wie GA4 Ihre Analyse- und digitales Marketingstrategien verstärken kann.

Stefano Ciotola
Stefano Ciotola · 03 August 2023
Heute durchläuft das digitale Marketing eine Phase tiefgreifender Veränderungen und bewegt sich auf eine Ära ohne Third-Party-Cookies zu - Google hat angekündigt, dass sein Browser Chrome ab der zweiten Hälfte 2024 keine Third-Party-Cookies mehr unterstützen wird - was eine Anpassung der verschiedenen Analyse-, Monitoring- und Werbeplattformen erfordert, die von Digital Marketern und Advertisern genutzt werden.

Google Analytics 4 (oder GA4) wurde genau dazu entwickelt, diesen neuen Anforderungen gerecht zu werden, und bietet Fachleuten der Branche ein breites Spektrum an Werkzeugen, um die Zukunft des Web-Trackings zu bewältigen.

In diesem Beitrag versuchen wir, etwas Klarheit zu schaffen, indem wir die Gründe für den Wechsel zu GA4, die Unterschiede zur Vorgängerversion (bekannt als GA3/Universal Analytics), die Vorteile für Fachleute und die Auswirkungen des Cookiegeddon auf die Marketingstrategien untersuchen.

Cookies verstehen, um bereit für das Cookiegeddon zu sein: Unterschiede zwischen First-Party- und Third-Party-Cookies

Bevor wir die Gründe für den Wechsel zu GA4 vertiefen, ist es hilfreich zu verstehen, was Cookies sind und welche Unterschiede es zwischen First-Party- und Third-Party-Cookies gibt. Cookies sind kleine Textdateien, die Websites auf Ihrem Gerät speichern, während Sie im Internet surfen. Sie haben verschiedene Funktionen, wie das Speichern Ihrer Präferenzen, das Sichern von Login-Informationen und die Überwachung Ihres Online-Verhaltens.

Es gibt zwei Hauptarten von Cookies: First-Party-Cookies und Third-Party-Cookies.

First-Party-Cookies werden von der Website erstellt und verwaltet, die Sie gerade besuchen. Wenn Sie beispielsweise eine E-Commerce-Seite besuchen und einige Produkte in den Warenkorb legen, speichert die Website diese Informationen in einem First-Party-Cookie. Diese Cookies ermöglichen es der Website, sich an Ihre Präferenzen und die während der Navigation auf der Seite durchgeführten Aktionen zu erinnern.

Third-Party-Cookies hingegen werden von Websites erstellt und verwaltet, die extern zu der besuchten Seite sind. Sie werden hauptsächlich für Werbezwecke wie Remarketing und Profiling verwendet: Diese Cookies ermöglichen es Werbetreibenden, Nutzer über verschiedene Websites hinweg zu verfolgen und detaillierte Profile ihrer Surfgewohnheiten zu erstellen. Die Verwendung dieser Cookies wirft jedoch Bedenken hinsichtlich der Privatsphäre der Nutzer auf und hat zu regulatorischen Eingriffen wie der DSGVO geführt. Infolgedessen verzichtet die Branche schrittweise auf Third-Party-Cookies und führt neue Marketing- und Tracking-Strategien ein.

Google hat bereits vor einiger Zeit damit begonnen, eine Alternative zu Third-Party-Cookies zu entwickeln und zu testen, um bereit für das Cookiegeddon zu sein: Sie heißt Privacy Sandbox und ihr Ziel ist es, Marketern und Advertisern ein effektives Instrument für das Targeting und die Messung von Werbekampagnen zu bieten und gleichzeitig die Privatsphäre der Nutzer zu respektieren.

Warum führt Google den Wechsel zu GA4 durch?

In Anbetracht des Gesagten ist die Antwort auf diese Frage einfach: Die wachsenden Bedenken hinsichtlich der Privatsphäre der Nutzer und die Entwicklung der Datenschutzvorschriften, wie die DSGVO, haben zu einer stärkeren Beachtung von Third-Party-Cookies geführt, die in der Vorgängerversion von Google Analytics eingesetzt wurden.
In diesem Kontext zielt GA4 darauf ab, die Privatsphäre der Nutzer zu gewährleisten, ohne die Qualität der gesammelten Informationen zu opfern, indem die Bedürfnisse der Marketer mit dem Schutz der Privatsphäre der Nutzer in Einklang gebracht werden.

Aus diesem Grund hat Google ab März 2023 einen entschlosseneren Ansatz im Hinblick auf die Frist vom 1. Juli 2023 gewählt:
  • Für jedes Google Analytics-Konto wird automatisch eine neue GA4-Property basierend auf den Einstellungen der bereits bestehenden Universal Analytics-Property erstellt;
  • Wenn Sie bereits eine GA4-Property erstellt haben, die mit einer Universal Analytics-Property verknüpft ist, und die Konfigurationen noch nicht übertragen haben, werden diese automatisch übertragen.
     

Die Hauptunterschiede zwischen Universal Analytics und Google Analytics 4

1. Ein neues Datenmodell: Während UA eine auf Sitzungen (Sessions) und Hits basierende Struktur zur Erfassung und Organisation von Daten verwendet, verfolgt GA4 einen ereignisbasierten Ansatz (Event-based). Dies macht GA4 flexibler und besser geeignet, um sowohl Interaktionen im Web als auch in mobilen Anwendungen zu überwachen.

2. Unterschiedliche Metriken: Es ist Zeit, sich beispielsweise von der berühmten „Bounce Rate“ zu verabschieden. In GA4 ist diese Metrik nicht mehr vorhanden und wird durch die „Engaged Session“ ersetzt (praktisch ist die Engaged Session das Gegenteil der Bounce Rate). GA4 führt auch andere Engagement-Metriken ein, wie „Engagement session per user“ und „Engagement rate“, die einen tieferen Einblick in die Interaktionen zwischen den Nutzern und der Website oder App bieten.

3. Attributionsmodelle: GA4 enthält ein auf maschinellem Lernen basierendes Attributionsmodell, das hilft, die Wirksamkeit verschiedener Marketingaktivitäten präziser zu bestimmen. UA hingegen stützt sich auf deutlich weniger fortschrittliche Attributionsmodelle.

4. Nutzeranalyse und Zielgruppen (Audiences): GA4 bietet fortschrittliche Funktionen zur Nutzeranalyse und verabschiedet sich von den Ansichten (Views) in UA. In GA4 gibt es keine Ansichten mehr; sie wurden durch benutzerdefinierte Berichte ersetzt – die Sie manuell erstellen müssen – oder durch Zielgruppen (Audiences). Zielgruppen ermöglichen die Erstellung von Segmentierungen basierend auf jeder Kombination von Ereignissen, Kanälen, demografischen Daten, importierten Offline-Daten und so weiter. Diese können mit Google Ads synchronisiert werden, um die Performance der Kampagnen erheblich zu verbessern und Nutzer gezielt anzusprechen.

5. Datenschutz und DSGVO-Konformität: GA4 legt größeren Wert auf die Privatsphäre der Nutzer und die Einhaltung von Datenschutzgesetzen wie der DSGVO. Beispielsweise werden IP-Adressen nicht mehr getrackt, Nutzerdaten werden anonymisiert, um eine Identifizierung zu verhindern, und die Verwaltung von Datenlöschungsanfragen wurde vereinfacht. Zudem ist die Aufbewahrungsfrist für Nutzerdaten in benutzerdefinierten Berichten standardmäßig auf 2 Monate begrenzt, kann aber in den Einstellungen auf 14 Monate erweitert werden.

6. Viel Raum für Machine Learning: Ein unterscheidendes Merkmal von GA4, das es von UA abhebt, ist die Fähigkeit, zukünftige Nutzeraktionen auf Basis der gesammelten Daten vorherzusagen. GA4 führt eine intelligente Analyse der gesammelten Informationen durch und liefert präzise Schätzungen über Kundenverhalten und Conversions. Dies ist eine hervorragende Ergänzung für die Entwicklung von Marketingstrategien. Zudem hat GA4 den Vorteil, automatisch Zielgruppensegmente basierend auf den gesammelten Informationen zu generieren.


Muss ich zwingend zu Google Analytics 4 wechseln?

Kurz gesagt: Ja. Es ist nicht möglich, den Wechsel zu GA4 abzulehnen.
Google hat die Datenerfassung für Universal Analytics-Properties zum 1. Juli 2023 eingestellt. Nach diesem Datum können Nutzer immer noch für mindestens sechs weitere Monate auf die historischen Daten von Universal Analytics zugreifen. Wir empfehlen, alle nützlichen Daten und Berichte so schnell wie möglich zu exportieren, um einen möglichen Verlust wertvoller Informationen zu vermeiden.

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